Andorra-Europäische Union: Automatischer Austausch von Steuerinformationen umfasst nun digitale Vermögenswerte

Das Wesentliche

Am 13. Oktober 2025 unterzeichneten Andorra und die Europäische Union in Brüssel ein Änderungsprotokoll, das ihr Abkommen über den automatischen Austausch von Informationen über Finanzkonten aktualisiert. Diese Aktualisierung bringt das Abkommen in Einklang mit den neuesten Überarbeitungen des Common Reporting Standard (CRS) der OECD, die 2022 verabschiedet und 2025 konsolidiert wurden. Zu den Neuerungen gehören die Einbeziehung digitaler Vermögenswerte, elektronischen Geldes und anderer aufstrebender Finanzprodukte. Neben Andorra unterzeichneten auch Monaco, San Marino und Liechtenstein das Protokoll. Das Inkrafttreten ist für den 1. Januar 2026 vorgesehen.

Was ändert sich genau?

Das neue Änderungsprotokoll modernisiert das Abkommen zwischen der Europäischen Union und Andorra über den Austausch von Finanzinformationen, um es an die von der OECD genehmigten Änderungen des CRS anzupassen. Diese Änderungen erweitern den Anwendungsbereich des automatischen Austauschs von Steuerinformationen, indem Produkte wie elektronisches Geld, digitale Währungen von Zentralbanken und Krypto-Assets einbezogen werden. Außerdem wird sichergestellt, dass indirekte Investitionen in Krypto-Assets, beispielsweise über Derivate oder Anlagevehikel, gemeldet werden.

Darüber hinaus wurden die Anforderungen an die Sorgfaltspflicht und die Berichterstattung verschärft, um die Qualität und den Nutzen der ausgetauschten Steuerinformationen zu verbessern. Parallel dazu schreibt die Achte Richtlinie über die Verwaltungszusammenarbeit im Steuerbereich („DAC 8“, Richtlinie (EU) 2023/2226) vor, dass Anbieter von Dienstleistungen im Zusammenhang mit Krypto-Assets ab dem Steuerjahr 2026 Informationen an die Steuerbehörden melden müssen. Der erste Informationsaustausch zwischen den Steuerverwaltungen muss spätestens am 30. September 2027 erfolgen. Auch wenn Andorra diese Richtlinie nicht direkt umsetzt —da es kein Mitgliedstaat der EU ist—, ermöglicht das unterzeichnete Protokoll dem Fürstentum, sein Abkommen über den automatischen Informationsaustausch an die jüngsten OECD-CRS-Standards und die aktualisierten europäischen Vorschriften zur steuerlichen Transparenz anzupassen. Auf diese Weise stärkt Andorra seine technische Kompatibilität mit dem europäischen Rahmen für steuerliche Transparenz durch das internationale Abkommen. 

Andorras Rechtsrahmen und nationaler Kontext

In Andorra setzt das Llei 19/2016, del 30 de novembre, d’intercanvi automàtic d’informació en matèria fiscal den CRS in nationales Recht um und regelt den automatischen Austausch von Informationen mit der Europäischen Union. Das unterzeichnete Protokoll aktualisiert das internationale Abkommen, auf dem dieses Gesetz basiert, und ermöglicht es Andorra, mit der europäischen Gesetzgebung im Einklang zu bleiben und die internationalen Standards für Transparenz und Zusammenarbeit im Steuerbereich einzuhalten.

error: Content is protected